Michael Jäckel, Thomas Lenz und Nicole Zillien
(Trier)
„Vor Outlook sind wir alle gleich“
Der vorliegende Artikel zeigt die aus der Nutzung der E-Mail-Kommunikation
resultierenden Egalisierungs- und Hierarchisierungstendenzen auf. Eine medienimmanente
Argumentation kann die Frage nach den strukturellen Folgen der E-Mail-Kommunikation
nicht befriedigend beantworten. Vielmehr müssen organisatorische und
soziale Rahmenbedingungen bei der Analyse von Strukturveränderungen
durch elektronische Kommunikation mit beachtet werden. Der Fokus der empirischen
Untersuchung lag deshalb auf der Analyse des unterschiedlichen Kommunikationsverhaltens
statusdifferenter Gruppen. Am Beispiel der Personalabteilung eines Großunternehmens
wird gezeigt, dass die unterschiedlichen Interessen der an der unternehmensinternen
Kommunikation beteiligten Akteure eine wichtige Rolle für die Folgen
des Einsatzes neuer Technologien spielen. Aufstiegsorientierte Gruppen nutzen
die hierarchiebildenden Eigenschaften des Kommunikationsmittels E-Mail, um
unternehmensinterne „power games“ weiter zu spielen; Mitarbeiter am unteren
und am oberen Ende der Hierarchieleiter profitieren dagegen von den egalisierenden
Folgen des neuen Mediums.
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