Ungleichheit aus kommunikations- und mediensoziologischer Perspektive

 Gemeinsame Tagung der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie (DGS) und der Fachgruppe Soziologie der Medienkommunikation (DGPuK)


Der Zugang zu Informationen aus Medien und ihre Nutzung ist konstitutiv für die Verteilung von Chancen in der Gesellschaft. Es ist bekannt, dass die Art und Weise, wie die Menschen die Medien nutzen, von verschiedenen Merkmalen abhängt. In der Sozialstrukturanalyse werden Ungleichheiten mit Attributen wie Bildung, Einkommen, Schichtung, Geschlecht oder – seltener - Generation beschrieben. Man könnte hier noch horizontale Faktoren wie Zugehörigkeit zu einem Milieu, Lebensstil oder soziale Lage hinzufügen.

Auf der breit angelegten Tagung sollen die vielfältigen Dimensionen der Ungleichheiten, die sich aus Medien sowie deren Produktion- und Nutzungskontexten ergeben, behandelt werden. Es geht ferner um die Entstehung und die Konsequenzen dieser Ungleichheiten. Dies soll an verschiedenen Medientypen, seien es Individual- oder Massenmedien oder gar hybriden Anwendungen, analysiert werden.

Ungleichheitsdimensionen finden sich auf jeder Ebene des Umgangs mit Medien, so bei der Rezeption und Aneignung der Massenmedien, die sich über die verschiedenen Merkmale unterscheiden (z.B. klassenspezifische Medienpräferenzen im Sinne eines Habitus). Daneben bilden sich Ungleichheiten auch beim Grad der aktiven Teilnahme in „social media“ aus. Dabei erscheint die Zugänglichkeit und die Nutzung des Internet heute fast relevanter als die Rezeption von traditionellen Massenmedien. Viele Informationen sind außerhalb des Internet nur sehr schwer zugänglich und von Kunden wird in immer mehr Bereichen eine Mitarbeit verlangt, um überhaupt an bestimmte Dienstleistungen zu kommen. Hierzu ist aber nicht nur der Internetzugang notwendig, sondern auch die Fertigkeiten damit umzugehen. Je mehr sich solcherlei „Mitarbeit“ ins Internet verlagert, um so weniger wird es möglich sein, ohne dieses Medium auszukommen.

Diese Frage nach den Teilhabemöglichkeiten an Medienkommunikation erscheint besonders vor dem Hintergrund relevant, dass ständig neue Anwendungen entwickelt werden, die den Wert des Internetmediums steigern, die aber meist zusätzliche Fähigkeiten benötigen. Gleiches gilt für Hybridmedien, etwa die Mobilfunktechnik, deren Endgeräte nichts anderes sind als winzige Computer.

Mögliche Fragestellungen betreffen die Analyse der Ungleichheit und der Dimensionen, in denen Benachteiligungen besonders schmerzlich erfahren werden. Es kann gefragt werden, welche Konsequenzen eine zunehmende Mediatisierung des Alltags im Hinblick auf Benachteiligungen hat. Wie können Ungleichheiten gelindert werden? Es müssen aber nicht nur Defizite behandelt werden, man kann auch fragen, wo die Nutznießer des Medienwandels und der Mediatisierung stecken. Es kann auch darum gehen, inwieweit die neuen Medien auch das Potential der Linderung oder gar der Selbstregulierung von sozialen und/oder medialen Ungleichheiten besitzen.

Grundsätzlicher sollte in diesem Zusammenhang auch verstärkt die Frage fokussiert werden, inwieweit Medien heute nicht nur die Wahrnehmung von Ungleichheit beeinflussen sondern auch die Vorstellung davon, was als Ungleichheit anzusehen ist, formen. Welche Logiken und Mechanismen der medialen Konstruktion von Ungleichheit sind aktuell feststellbar?

Es gibt sowohl theoretische, als auch empirische Beiträge.

Die Tagung findet am 18. und 19.03.2010 an der Goethe-Universität Frankfurt statt.

Kontakt:

PD Dr. Christian Stegbauer
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse
60054 Frankfurt

E-mail: stegbauer@soz.uni-frankfurt.de
Tel. 069 – 798 23543

Anmeldung bitte per E-Mail an:
stegbauer@soz.uni-frankfurt.de

bitte teilen Sie bei der Anmeldung auch mit, ob Sie am
Vorabendtreffen am 17.03.2010 ab 19.30 Uhr (Cafe * Bar * Restaurant Lilium)
und/oder
am Tagungsabend am 18.03.2010 ab 19.30 Uhr (Apfelwein Klaus)
teilnehmen möchten.

In dem Gebäude der Tagung ist auch eine Mensa untergebracht. Dort können die Mittagsmahlzeiten gegen individuelle
Bezahlung eingenommen werden.

Es wird kein Tagungsbeitrag erhoben.

Für Referentinnen und Referenten:
Bei Problemen können Sie am 18.03.  vormittags
sich an Frau Bolz wenden. Tel:  (069) 798 - 28230



Dies wird ermöglicht durch die Unterstützung von:
vff
goethe logo
Logo FB03 Uni-ffm


Logo Sektion Medien- und kommunikationssoziologie