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Hier finden Sie eine Anleitung. Zugangsdaten können Sie an der Anmeldung zur Konferenz erhalten. Eine Alternative ist die Benutzung des öffentlichen Poolraumes im Hauptgebäude (Raum 0.413)
Für diejenigen, die einen Vortrag halten, findet sich die Formatvorlage für den Textbeitrag für die Veröffentlichung hier zum Herunterladen.
Das Tagungsprogramm kann hier heruntergeladen werden. Die Abstracts der angenommenen Beiträge ist im Menue unter Abstracts zu finden.
Unter "Unterkunft" finden Sie einige Hotels, die uns auf Anfrage Sonderpreise für die Tagung zur Verfügung gestellt haben.
Anmeldung
zur Tagung ist bis zum 31.08.2007
hier möglich
Inhalt:
Ein neues Paradigma
Call for Papers:
"Ein neues Paradigma in den Sozialwissenschaften: Netzwerkanalyse und Netzwerktheorie“
Die
klassische quantitative und die mittlerweile fest etablierte
qualitative
Sozialforschung sind in vielen Bereichen an ihre Grenzen
gestoßen. Dies gilt
insbesondere für Wahlforschung, Motivations- und Konsumforschung.
Soziale
Prozesse der Interaktion zwischen Interviewer und Befragtem
beeinflussen die
Umfrageergebnisse in vielen Fällen wesentlich. Auch die
qualitative Forschung tut
sich, obgleich es hier vielversprechende Ansätze gibt,
hinsichtlich der
Reichweite der dort getroffenen Aussagen nach wie vor schwer.
Dabei
sind Probleme der quantitativen und qualitativen Forschung nur ein
Symptom für
die Notwendigkeit der neuen (eigenständigen oder nur
ergänzenden?) Forschungsrichtung. In anderen Disziplinen zeigte
sich ebenfalls, dass die direkte Analyse von Beziehungen, bzw. die
Beachtung
von Beziehungen zu wesentlichen Erkenntnisfortschritten führen
kann. Die in den
einzelnen Disziplinen verwendeten Methoden und Theorien sind in
großen Teilen
übertragbar und wenn nicht, können sie in den Fächern
Denkanstöße liefern oder
sie führen zu Kooperationen.
Mittlerweile
ist die soziale Netzwerkanalyse in den USA zum vorherrschenden
Sozialforschungsparadigma
aufgestiegen. Im deutschsprachigen Raum gab es eine erste Generation
der
Netzwerkforscher, die häufig Erfahrungen aus den USA
mitbrachten. Dieser
Generation ist es aber nicht gelungen, die Netzwerkforschung im
deutschen
Sprachraum in der Ausbildung dauerhaft zu etablieren. Ein Zeichen
dafür, dass
das neue Paradigma im deutschsprachigen Raum noch nicht angekommen ist,
zeigt
sich daran, dass Lehrstühle für empirische
Sozialforschung/Methoden nach wie
vor mit Widmungen lediglich für quantitative und/oder qualitative
Methoden
ausgeschrieben werden. Dagegen sind selbst Ausschreibungen in
inhaltlichen
Feldern (etwa Kommunikationsforschung, Organisationsuntersuchungen
etc.) in
den USA sehr häufig explizit mit Netzwerkanalyse verbunden.
Dabei
reicht es nicht, den internationalen Entwicklungen zu folgen. Gerade in
der
deutschen Soziologie finden sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, die
international nicht ausreichend wahrgenommen werden, etwa die Tradition
der
formalen Soziologie. Georg Simmel (1908) beispielsweise hat vieles von
dem, was
heute als „neu“ betrachtet wird, in seinem Werk bereits vorweggenommen.
Gegenüber den USA ist die mitteleuropäische Theorietradition
im Vorteil, da der
in Amerika vorherrschende methodologische Individualismus dem Entstehen
eines
„neuen“ Strukturalismus enge Grenzen setzt.[2]
In jüngster Zeit mehren sich auch die
Anzeichen, dass die Systemtheorie, vor allem in der von Niklas Luhmann
entwickelten Fassung eine gute Chance hat, vermehrt in
netzwerkanalytischen
Ansätzen aufgegriffen zu werden.
Obgleich
es zahlreiche Untersuchungen zur sozialen Netzwerkanalyse bereits gibt,
und die
Mächtigkeit der Netzwerktheorie und –analyse gut dokumentiert ist,
sind sehr
viele Fragen innerhalb dieses neuen Forschungsparadigmas immer noch
offen.
Offene Fragen sind
beispielsweise:
- Lassen sich Teile der Umfrageforschung durch adäquatere empirische Netzwerkanalyse ersetzen? Was konkret kann wie ersetzt werden?
-
Wie
kann man
qualitative und quantitative Untersuchungen mit Netzwerkanalysen
kombinieren? Beispielsweise
im Sinne von „flesh and bone“-Modellen (Schweizer).
-
Metaphorischer,
inhaltlicher und formaler Gebrauch des Netzwerkbegriffs – welche
Grenzziehungen
gibt es?
-
Wie
lässt sich
die Dynamik in Netzwerken operationalisieren?
-
Unter
welchen
Umständen sind Netzwerkbeziehungen stabil?
-
Lassen
sich
Theorien zur Netzwerkanalyse auch empirisch nachweisen?
-
Wie
genau wirkt
der Beziehungskontext auf das Handeln? Ist dieser Zusammenhang
beschreibbar?
-
Inwiefern
ist die
empirische Netzwerkforschung auf die Netzwerktheorie bezogen und
umgekehrt?
-
Kann
der
Relationalismus den methodologischen Individualismus ablösen?
-
Wenn
man
Netzwerktheorie als Strukturalismus beschreibt, wie kann man den alten
Kritiken
am Strukturalismus an der Geschichtslosigkeit und der mangelnden
Einbeziehung
kultureller Faktoren begegnen?
-
Welche
Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten gibt es zur traditionellen Makro- und
Mikrosoziologie, Rollentheorie und zur Systemtheorie?
-
Interdisziplinarität:
Hilft das neue Paradigma der sozialen Netzwerkanalyse
Fächergrenzen zu
überwinden? Wo bringt eine Zusammenarbeit die verschiedenen
Disziplinen voran?
-
Was
hat die
deutsche sozialwissenschaftliche Tradition zu bieten?
Anknüpfungspunkte könnten
hier vor allem die Formale Soziologie und die Systemtheorie sein.
Gerade in der
Netzwerkanalyse liegen viele Wurzeln in der deutschen soziologischen
Theoriegeschichte – diese werden international kaum beachtet.
- Welches sind die Besonderheiten der deutschsprachigen Sicht, die im internationalen Rahmen eingebracht werden können? Solche Sichtweisen sind bekannt aus der Wissenschaftsgeschichtsschreibung (Ekeh) für Individualismus amerikanischer Prägung und Kollektivismus französischer Prägung.[3]
Die Tagung
ist interdisziplinär ausgerichtet, denn:
o
An der
Entwicklung der sozialen Netzwerkanalyse waren Vertreter/innen
unterschiedlicher
Fachgebiete (Ethnologie, Soziologie, Mathematik, Physik, Psychologie)
beteiligt. Heute kommt mindestens noch die Informatik hinzu. Die
Netzwerkanalyse stößt auch in angrenzenden sozial- und
geisteswissenschaftlichen
Fächern auf große Resonanz: z.B. Wirtschaftswissenschaften,
Geografie, aber
auch Germanistik und Linguistik.
o
Über die
Methoden
und theoretischen Zugänge ist ein interdisziplinärer
Austausch möglich, der
ansonsten häufig auf Widerstände stößt.
o
Ziel
ist es, die
verschiedenen Disziplinen mit ihren Anforderungen und Vorstellungen
zusammen zu
bringen und mögliche Synergien offen zu legen.
Die
Tagung richtet sich an alle, die auf dem Gebiet der sozialen
Netzwerkanalyse
forschen. Dabei ist vor allem an Wissenschaftler an Universitäten
und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen gedacht. Die
Tagung richtet sich
aber auch an Praktiker, denn die Netzwerkanalyse hat einen Stellenwert
nicht
nur in der Unternehmensberatung und in der Konstruktion von „Social
Software“. Zahlreiche
Fragestellungen der Praxis sind von den akademischen Netzwerkforschern
lösbar. Herausarbeitung
der Übertragungspotentiale von Netzwerkanalyse in Anwendungen in
der
Wirtschaft.
Wann und Wo?
Die Tagung ist für Do,
27.09.07-Fr, 28.09.2007 an der Universität Frankfurt geplant.
Welche
Inhalte werden erwartet?
Neben
der Vorstellung von Fallstudien, an denen das Potential der
Netzwerkanalyse
verdeutlicht werden kann, werden explizit Beiträge, die auf die
Weiterentwicklung der Netzwerktheorie hinzielen, erwartet. Hinsichtlich
der
„Theorie“ wird dabei ein Bezug zur Empirie erwartet. Das bedeutet, dass
die
diskutierten Theorien einen Anschluss zur sozialen Netzwerkanalyse und
den
empirischen Studien aufweisen sollten. Wünschenswert wäre
für die Fallstudien
ebenfalls ein Bezug zur Theorie.
Da
die Netzwerkanalyse ein interdisziplinäres Unterfangen ist,
richtet sich das
Call for Papers an die Vertreter verschiedener Fächer. Es ist
beabsichtigt, die
einzelnen Beiträge intensiv zu diskutieren. Nicht erwünscht
sind Beiträge, die
lediglich Forschungsvorhaben beschreiben.
Erwartet
werden einseitige Vortragsvorschläge bis 30.04.2007. Werden die
Vorschläge
akzeptiert, sollen die fertigen Papiere bis zum 15.09.2007 vorliegen.
Eine
Veröffentlichung ist geplant.
|
Geschlossen
|
30.04.2007 Abstracts können per Formular
übermittelt werden |
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Rückmeldung zu den Abstracts: |
Ende Mai |
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Die Anmeldung ist geschlossen |
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Fertige Papiere: |
15.09.2007 |
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Tagung: |
27.-28.09.2007 |
PD Dr. Christian
Stegbauer
Johann Wolfgang
Goethe-Universität
Fachbereich
Gesellschaftswissenschaften
Institut für Gesellschafts-
und Politikanalyse
60054 Frankfurt
E-mail:
stegbauer@soz.uni-frankfurt.de
Tel. 069 – 798 23543
Im
November 2006 wurde eine Mailingliste zur sozialen Netzwerkanalyse
SNA-DE gegründet mit deren Hilfe Aktivitäten auf diesem
Gebiet verbreitet
werden und Informationen ausgetauscht werden können. Informationen
hierzu
unter:
https://dlist.server.uni-frankfurt.de/mailman/listinfo/sna-de
Dokument als .pdf herunterladen
[1] Nur ein Beispiel: https://webapp.comm.virginia.edu/NetworkRoundtable/MemberOrganizations/tabid/39/Default.aspx (02.02.2007).
[2] Zu den kulturellen Grundlagen vorherrschender Theorieströmungen siehe Ekeh (1974).
[3] Zu unterschiedlichen Wissenschaftskulturen, siehe Galtung (1981).
